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Aktionskonferenz: Nicht nur jammern - handeln! Das Finanzviertel in Frankfurt blockieren!

Den Wind der globalen Proteste im Rücken wird es im Mai eine Vielzahl von Aktionen zentral in Frankfurt geben, dazu wird europaweit mobilisiert: Lasst uns das Finanzviertel blockieren wie die Occupistas in Oakland den Hafen. 

Ziel ist es, mit gleichermaßen massenhaften wie entschiedenen Aktionen ein unübersehbares Zeichen der Solidarität zu setzen. Gemeinsam, entschlossen, solidarisch, erfolgreich!

Was wann wie wo stattfindet, wird auf der Europäischen Aktionskonferenz in Frankfurt am Main vom 24. bis 26. Februar 2012 entschieden. Kommt mit dahin! Einladung im Anhang.

 

Sammelabschiebung Kosovo am 07.02.2012 von Flughafen Düsseldorf

Eiskalte Abschiebung

Trotz Wintererlass in NRW (bedingter Abschiebestop in der kalten Jahreszeit) werden weiterhin Sammelabschiebungen in den Kosovo durchgeführt. Der nächste Flug geht am 07.02.12 von Düsseldorf, organisiert von FRONTEX, mit Zwischenstopp in Wien. Betroffen sind auch 10 Personen aus NRW.

Ab 8.00 Uhr werden die Flüchtlinge zum Rollfeld Gate D(?) gebracht. Neben der Feuerwache des Flughafens (zwischen Terminal A und Tor 36) - gegenüber Parkhaus 7.

Um 10h wird es eine Demo im Terminal B, Abflughalle, Flughafen Düsseldorf geben.

Wie bei den letzten Sammelabschiebungen werden auch diesmal wieder Medienvertreter_innen und Aktivist_innen vor Ort sein.

Mit Lärm, Transparenten und Flyern wollen wir im Flughafen auf die zeitgleich stattfindende Abschiebung aufmerksam machen.
Wir wollen unsere Präsenz zeigen, im Flughafen sichtbar machen, was sie so gerne unbemerkt an einem abgeschiedenen Gate abwickeln würden: Die massenweise Abschiebung von Menschen, die Verschleppung von Mitbürger_innen gegen ihren
Willen, die im wahrsten Sinne des Wortes eiskalten Abschiebungen - ihre oft tödliche Abschiebemaschinerie.

Kommt eigenverantwortlich, denkt euch was aus und zeigt dem Flughafen und der Abschiebemaschine, was ihr von all dem haltet. Kommt mit Lärm und Transparenten, mit kreativen Ideen oder einfach nur so. Der Flughafen ist groß und sie hätten gerne ihre Ruhe, die sollen sie aber nicht bekommen.

Sand ins Getriebe der Abschiebemaschine!
Abschiebeflugzeuge auf den Schrotthaufen!
Jede_r hat das Recht zu bleiben und zu leben wo es ihr gefällt!
Gegen den kapitalistischen und rassistischen Normalzustand!

Kontaktmann zum "Nationalsozialistischen Untergrund" festgenommen

Anläßlich der heutigen Verhaftung des Düsseldorfer Carsten Schultze durch ein GSG9 Kommando unter der Beschuldigung der Beihilfe zum Mord dokumentieren wir einen Artikel aus der Ausgabe Februar 2012 der Zeitung TERZ:

Was wusste Carsten S.? Kontaktmann zum "Nationalsozialistischen Untergrund" lebt in Düsseldorf

Nach und nach aber kommt – nicht zuletzt auch aufgrund der kontinuierlichen Arbeit antifaschistischer Strukturen – ein klein wenig Licht ins Dunkel des Unterstützer_innennetzwerks des als "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) bzw. "Zwickauer Zelle" bekannt gewordenen Trios. Mit einer umfassenden Aufdeckung des Geschehenen aber rechnet niemand. Auch in Düsseldorf ist das Thema aufgrund des immer noch nicht aufgeklärten Wehrhahn-Anschlages im Jahr 2000 seit dem 4. November 2011 wieder präsent. Hinzu kommt jetzt, dass einer der frühen Unterstützer_innen des abgetauchten Trios seit 2003 in Düsseldorf weilt: Carsten S.

Wer ist Carsten S.?

Die kommenden Massenproteste in Frankfurt

Starke Dynamik: Etwa 250 Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener sozialer Bewegungen haben sich in Frankfurt am Main getroffen, um eine für Februar geplante internationale Aktionskonferenz vorzubereiten. Das Spektrum der Aktiven reichte von Occupy-Gruppen, Attac, dem Ums-Ganze-Bündnis und der Interventionistischen Linken über Erwerbsloseninitiativen, antirassistische Netzwerke und Bildungsstreikaktive bis zu Vertretern von Gewerkschaften, solid, der Grünen Jugend und der Linkspartei. Mit dabei waren zudem zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus anderen Ländern.

Aufgabe der Aktionskonferenz vom 24. bis 26. Februar in Frankfurt am Main wird es sein, eine Choreografie der Proteste in den kommenden Monaten gegen die Kürzungsdiktate der Profiteure der Finanz- und Wirtschaftskrise festzulegen. Im Zentrum der Diskussion am Sonntag standen Pläne für Aktionstage in der zweiten Maihälfte in Frankfurt und längerfristige Kampagnenüberlegungen bis 2013. Angedacht sind unter anderem eine gemeinsame Großdemonstration sowie Blockaden im Bankenzentrum. Ziel soll eine europaweite Mobilisierung nach Frankfurt sein, um ein unübersehbares Zeichen der internationalen Solidarität und des Widerstandes zu setzen.

Wenige Tage nach der Aktionskonferenz in Frankfurt wird es ein weiteres europäisches Vorbereitungstreffen am 31. März in Mailand geben. Für denselben Tag ruft das Ums-Ganze-Bündnis zu einer Demonstration an der EZB-Baustelle in Frankfurt auf. Für den 12. Mai ist zudem ein dezentraler globaler Protesttag geplant, der insbesondere von spanischen, portugiesischen und angelsächsischen Netzwerke vorbereitet wird.

Block Dresden 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist.

Auch dieses Jahr geht es wieder auf nach Dresden. Wir dokumentieren den Aufruf von Dresden Nazifrei.

No Pasaran! - Sie werden nicht durchkommen!

In den vergangen zwei Jahren ist uns etwas gelungen, das viele für unmöglich gehalten hatten: Wir haben den Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert. Tausende Nazis konnten ihr eigentliches Ziel, mit einer Großdemonstration ihre menschenverachtende Ideologie zur Schau zu stellen, nicht erreichen.

Mit dem Aufmarsch im Februar versuchten sie in den vergangenen Jahren, an das Gedenken an die Bombardierungen Dresdens im Februar 1945 und den damit einher gehenden Mythos der „unschuldigen Stadt Dresden“ anzuknüpfen. Auch durch Ignorieren und Wegschauen seitens der Stadtverwaltung und eine mangelnde Entschlossenheit großer Teile der Dresdner Zivilgesellschaft konnte dieser Termin zu Europas größtem Naziaufmarsch mit bis zu 7.000 Teilnehmenden werden. Doch die Dynamik der Aufmärsche ist gebrochen. Zu verdanken ist dies insbesondere dem entschlossenen Handeln von zwölftausend (2010) und zwanzigtausend Menschen (2011), die mit Massenblockaden den Marsch der Nazis verhinderten.

Wir wenden uns gegen jede Form von Geschichtsrevisionismus. Alten und neuen Nazis darf keine Gelegenheit gegeben werden, die deutsche Geschichte zu verklären und die NS-Verbrechen zu verherrlichen. Daher werden wir am 13. Februar 2012 den „Täterspuren“-Mahngang durchführen, um an die NS-Geschichte in Dresden zu erinnern.

Erklärung anläßlich der Auflösung des Antifa-KOK

Zur Auflösung des Antifa-KOK hat see red! eine kurze Erklärung verfaßt. Sie ist hier auch als PDF zu finden.

Der Koordinierungskreis antifaschistischer Gruppen aus Düsseldorf und Neuss (Antifa-KOK) hat sich zum Jahreswechsel 2011/2012 aufgelöst. Wir, bis zuletzt eine Gruppe des Antifa-KOK, bedauern diese Entwicklung, die sich seit einiger Zeit abgezeichnet hat.

see red! Linke Initiative Düsseldorf wird sich bemühen, die positiven Errungenschaften des Antifa-KOK zu bewahren und fortzuführen. Dazu gehören für uns u.a. folgende Positionen:

Politische Arbeit braucht Zuverlässigkeit und Kontinuität. Wir wollen diese Verbindlichkeit sowohl innerhalb unserer Gruppe als auch im Umgang mit unseren BündnispartnerInnen. Nur so kann langfristig Vertrauen aufgebaut und Wissensweitergabe sichergestellt werden.

Wir wollen beteiligungsorientiert und handlungsfähig sein. Unter Beteiligungsorientierung verstehen wir dabei die Fähigkeit unserer Gruppe, gemeinsame Positionen zu erarbeiten, die von allen in der Gruppe getragen werden. Unsere Handlungsfähigkeit basiert auf den Vereinbarungen in der Gruppe sowie auf dem Vertrauensvorschuss, der es unseren Delegierten ermöglicht, in Gesprächen mit anderen Zusagen für die Gruppe zu machen.

see red arbeitet sowohl lokal als auch überregional zu verschiedenen Themen, dabei gerne auch in Bündnissen. Auf Bundesebene ist die Interventionistische Linke unser Bezugsrahmen.

see red macht Politik, die sich an die Gesellschaft richtet und betreibt eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit.

Auswertung von "Dortmund stellt sich quer"

Endlich ist sie fertig, die Auswertung von "Dortmund stellt sich quer!" zu den Protesten gegen den Naziaufmarsch in Dortmund am 3. September 2011. Zu finden ist sie hier.

Auch in diesem Jahr werden wir uns an den Aktionen gegen die Nazis am 1. Mai und im September in Dortmund beteiligen. Mehr Infos dann hier.

Die Nazis sagen, Dortmund sei ihre Stadt. Wir sagen: Niemals!

 

Nein zum AKW-Neubau

In dem Ort Borssele (NL), rund 200 Kilometer Luftlinie von Düsseldorf entfernt, soll noch in diesem Jahrzehnt ein neues Atomkraftwerk unter Beteiligung des deutschen Energiekonzerns RWE entstehen. Bis Donnerstag (12.01.2012) konnten dagegen Einwände eingereicht werden, hier unser Musterschreiben.

Wir werden weiter informieren.

Update 31.1.2012: Liebe Leute! Die Freunde von der Anti-Atom-Bewegung aus Zeeland haben einen Kurz-Bericht über ihre erfolgreiche Ausstiegs -Kampage geschickt. Sie berichten, dass sie eine ökonomische Analyse über den Kraftwerksbau erstellt haben, damit haben sie eine Vortragsreihe in den Stadtverwaltungen und den Provinzregierungen in Zeeland gemacht. Diese sind Aktionäre bei Delta - einem der Bauherren der Anlage. Daraufhin haben sich diese Aktionäre aus der Finanzierung zurückgezogen, Delta hat es dann nicht geschafft die 60 Millionen für den Baubeginn zusammen zu bekommen. Dann wurde der CEO entlassen und es gab jede Menge interne Turbulenzen, dann ist der französische Anteilseigner ausgestiegen kurz danach dann RWE. Das Hauptargument ist für alle: Die Strompreise sind zu niedrig und die Baukosten zu hoch. Die Presse resummierte: die Renaissance der Atomindustrie in den Niederlanden ist zu Ende. Die Freude ist also ganz groß, aber da die Genehmigungsanfrage noch nicht zurückgenommen ist, hält man weiterhin Augen und Ohren auf. Bis demnächst.

4500 Menschen demonstrieren in Bonn: "Kein Frieden mit eurem Krieg"

Anfang Dezember brachten 4.500 Menschen in Bonn ihre Haltung zum Krieg in Afghanistan zum Ausdruck: Auf einer Demonstration machten die Teilnehmenden klar, dass sie zehn Jahre nach Beginn des Afghanistankrieges auch weiterhin konsequent gegen Krieg und Besatzung auftreten.

Anlass war die Afghanistankonferenz, zu der sich am 5.12.2012 Delegationen von 90 Ländern trafen, um über die Fortführung des Afghanistan-Einsatzes zu beraten. Während offiziell von Truppenabzug und einem Ende des Krieges die Rede war, stand schon vor der Konferenz fest, dass auch über 2014 hinaus NATO-Soldat_innen in Afghanistan stationiert sein werden. Die auf der Konferenz präsentierten Erfolgsmeldungen hinsichtlich einer angeblich fortschreitenden Demokratisierung und Stabilisierung in Afghanistan entpuppen sich in der Realität als schlichte Propagandalügen. Zwischen NATO, afghanischer Regierung, regionalen Warlords und Taliban eskalierten die Konflikte seit 2007 vielmehr erneut. Die Folgen sind immer mehr Opfer unter der Zivilbevölkerung.

Dementsprechend organisierte ein Bündnis u.a. aus Friedensbewegung, Linkspartei, DIDF und den linksradikalen Zusammenschlüssen Interventionistische Linke und 3A Proteste unter dem Motto "Sie reden vom Frieden - sie führen Krieg". Auf eine Demonstration am 3.12. folgten in den darauffolgenden Tagen eine Antikriegskonferenz mit internationalen Vertreter_innen der Anti-Kriegsbewegung wie Malalai Joya und Joseph Gerson, sowie kleinere Protestaktionen am Tag der Afghanistankonferenz selbst.

Gesichter des deutschen Widerstandes - Lya und Hanns Kralik

... heißt eine Ausstellung, die die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN/BdA) vom 13. bis 28. Januar in den Räumlichkeiten der fiftyfifty-Galerie, Düsseldorf, Jägerstraße 15, präsentiert. Sie umfasst Zeichnungen, Grafiken, Holz- und Linolschnitte Kraliks aus allen Schaffensphasen, dazu Résistance-Streuzettel, kleine Schnitzereien und andere Originalstücke. Die Ausstellung war bereits in Paris sowie in Remscheid zu sehen. Eröffnung in Düsseldorf am 13. 1. um 19 Uhr. Livemusik: Monty Meerstein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Vom Bergmann zum Beigeordneten

Hanns Kralik (1900-1971), Künstler und Antifaschist

1945 lag Düsseldorf in Trümmern. Die neu entstehende Stadtverwaltung stand vor riesigen Aufgaben. Dazu zählte auch die Erneuerung des kulturellen Lebens. Theater, Museen und Bibliotheken waren zerstört, die Bestände ausgelagert, viele Leitungsposten vakant. Die britische Militärverwaltung übertrug das Amt des Kulturdezernenten einer politisch unbelasteten Person: dem Künstler und Kommunisten Hanns Kralik. Der war nach zwölf Jahren Haft, Exil und Widerstand gerade erst an den Rhein zurückgekehrt, hatte seine ehemalige Wohnung zerstört vorgefunden, und das hieß auch: sein künstlerisches Lebenswerk weitgehend vernichtet. Gern hätte er sich endlich wieder seiner Kunst gewidmet, hätte noch einmal neu begonnen, aber nun rief seine Partei, rief die Pflicht, die Not der Stunde Null. Also wurde er erst einmal städtischer Beigeordneter.

Was für ein weiter Weg! 1900 kommt Hanns als Sohn eines Bergarbeiters im Burgenland zur Welt. Drei Jahre später reist die Familie in der Hoffnung auf ein besseres Leben ins Ruhrgebiet, landet schließlich in Moers. Mit 14 Jahren muss der Junge selbst im Bergwerk Geld verdienen, mit 15 schickt man ihn untertage, mit 16 malocht er direkt „vor Kohle und Stein“. Sein Herz aber schlägt für die Kunst.

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